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Talk to Manuel Vogelsberger – Digitalisierung



Flexibilität ist einer der wichtigsten Punkte“

MANUEL VOGELSBERGER, 30, bloggt auf Meanwhile in Awesometown und anderen Kanälen erfolgreich über Mode und Lifestyle. Obwohl seine Homebase Wien ist, reist er dafür auch viel durch die Weltgeschichte. Trotz der vielen Reisen und Events ist Influencer offenbar ein eher einsamer Beruf. In Zukunft wolle er vielleicht wieder mehr mit Leuten arbeiten, hat Manuel im „Talk to THE FUTURE OF WORK“ gesagt. Das Folge-Gespräch findet im gerade sehr angesagten Café Hildebrandt im Wiener Volkskundemuseum statt, wo gerade Mittags-Hochbetrieb herrscht. Der bekannte Blogger und ausgebildete Jurist muss sehr viele Hände schütteln.

Im Prinzip produzierst du ein Männer-Magazin, aber als One-Man-Show. Im Zentrum stehst du – von den Inhalten bis zum Publizieren, vom Rechtlichen bis zu den Finanzen. Ist das für dich Arbeit, Manuel?
MANUEL VOGELSBERGER: Eigentlich ist es eine ganz atypische Form der Arbeit. Es war ein Hobby. Vorher habe ich ja einen Bürojob als Anwaltsanwärter gehabt – das war die Arbeit. Und nebenher habe ich gerne Fotos gemacht, mich für Mode interessiert. Den Blog habe ich schon während des Studiums gelauncht als ich für ein Austauschsemester in Schweden war. Irgendwie habe ich gerne über Design und Mode geschrieben und dann sind die ersten bezahlten Aufträge gekommen. In der Kanzlei war ich nicht so happy, wollte einfach selber was probieren. Ich habe mir schließlich 2016 einen Sommer lang Zeit genommen um zu schauen, ob ich über die Runden komme. Das hat funktioniert. Je mehr man dahinter ist, desto mehr Aufträge kommen rein und so ist es dann zum Beruf geworden. Es ist ein Hybrid aus Arbeit und Privatsphäre.

Als Blogger macht man viel von sich öffentlich, oder?
MANUEL VOGELSBERGER: Was ich mit meiner Community teile sind überwiegend private Themen. Einerseits ist es cool, weil ich etwas mache, das mir Spaß macht. Auf der anderen Seite radiert es aber auch die arbeitsfreien Zonen aus. Das komplette Abschalten wie früher am Wochenende oder als ich um zehn aus dem Office gekommen bin – das soll schon öfters vorgekommen sein – das funktioniert halt nicht mehr so.

Woran liegt das?
MANUEL VOGELSBERGER: Zum einen daran, dass ich Einzelunternehmer bin und mich um alles kümmere. Außerdem umfasst die Arbeit so viele private Bereiche und da verschwimmt das oft.

Im „Talk to THE FUTURE OF WORK“ hast du erzählt, dass sich die Branche, in der du dich derzeit bewegst, sehr schnell ist und du nicht weißt, ob es sie in zehn Jahren noch geben wird. Wirst du gar nicht panisch bei dem Gedanken?
MANUEL VOGELSBERGER: Es gibt schon Momente, in denen es mich durchaus stresst, wenn ich an die Zukunft denke. Ja, ich habe eine gute Ausbildung, ich habe Arbeitserfahrung in unterschiedlichen Bereichen und bin ganz gut vernetzt. Trotzdem sind wir so erzogen, dass man sich einen Beruf sucht, sich schrittweise nach oben arbeitet. In der Form gibt es das heute nicht mehr. Oder seltener. Manche meiner Freunde sind in die Beratung gegangen, oder die Kanzlei und steigen da schrittweise auf. Mit dem Konzept, mein Leben quasi aufzugeben und mich dem Projekt eines anderen zu widmen, habe ich mich nicht so wohl gefühlt. Ich habe das Gefühl, dass sich immer wieder was Neues ergibt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das, was ich gerade mache, in zehn Jahren nicht mehr machen werde. Aber ich lerne jetzt so viele Leute kennen. Sollte es wirklich mal so sein, dass mein Beruf in der Form nicht mehr ausübbar ist, gehe ich davon aus, dass ich was anderes finden werde. Wenn man am eigenen Karriereweg was ändern will, kann man das auch später nochmal machen.

So einfach?
MANUEL VOGELSBERGER: Man muss schon mit der Zeit gehen und darf sich nicht auf dem ausruhen, was gerade ist. Flexibilität ist einer der wichtigsten Punkte, den man jungen Leuten am Anfang ihres Karriereweges mitgeben muss. Auch in der Hinsicht, dass es diesen gradlinigen Karriereweg von vierzig Jahren nicht mehr geben wird. Durch die Digitalisierung werden Veränderungsprozesse noch viel schneller als bisher.

Bist du in deinem Freundeskreis mit deinem Beruf eher der Sonderling?
MANUEL VOGELSBERGER: Am Anfang war das für die Freunde ganz exotisch. Mittlerweile hat jeder Instagram und kennt sich mit Social Media aus.

Du hast dich als Einzelunternehmer beschrieben. Sehnst du dich manchmal nach einer Bürosituation, danach, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten?
MANUEL VOGELSBERGER: Ich sehe das ambivalent. Zum Beispiel ist es cool, am Morgen nicht erst in ein Büro pendeln zu müssen, ich kann mir was kochen und so weiter. Aber super ideal ist das Home Office nicht. Was mir fehlt ist der Austausch. Durch den Austausch mit anderen Leuten entwickeln sich neue Ideen. Ich bin hin- und hergerissen. Aber der Leidensdruck ist noch nicht groß genug, mir einen Schreibtisch in einem Shared Office zu suchen.

Du sitzt aber wahrscheinlich ohnehin nicht 9/5 am Schreibtisch, oder?
MANUEL VOGELSBERGER: Zu dem Beruf gehört, dass man auch viel unterwegs ist. Den Gedanken, irgendwann mal wieder in einem Team zu arbeiten, finde ich aber immer attraktiver. Mir wen zu suchen, der mit mir an meinem Projekt arbeitet.

THE
FUTURE
OF
WORK


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