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Talk to Sophie Breuer – Künstliche Intelligenz



„Eine gute Ausbildung ist sehr wichtig“

Sophie Breuer, 29, ist Supply-Chain-Manager bei Nespresso. Erst seit kurzem hat das Unternehmen seinen Wiener Sitz im neuen Icon-Tower beim Hauptbahnhof: Großraumbüros mit sehr aufgeräumten Arbeitsplätzen – nicht nur weil gerade Ferienzeit ist – und vielen kleineren Besprechungsräumen, in denen gerne auch Telefonate geführt werden. In so einem Besprechungsraum, benannt nach einer Nespresso-Kaffeesorte, findet auch das Gespräch mit Breuer statt.

 

Sophie, als es beim „Talk to THE FUTURE OF WORK“ um künstliche Intelligenz und Roboter ging, die Arbeitsschritte übernehmen, hast du gemutmaßt, dass es künftig weniger Bandscheibenprobleme geben werde. Wenn Roboter Arbeiten erledigen werden, die bislang noch Menschen machen, wird es für diese nicht auch weniger Arbeit geben?
SOPHIE BREUER: Die Arbeit wird sich natürlich verändern. Es werden sich Spezialisierungen bilden, die es heute vielleicht noch gar nicht gibt. Und es wird auch Arbeitsplätze geben, die es jetzt noch nicht gibt. Aber ich glaube, dass wir da einige Jahre in die Zukunft schauen müssen. Gute Ausbildung, gute Bildung wird jedenfalls immer wichtiger werden. Da ist auch der Staat gefragt. Zum Beispiel sollten bereits in der Schule IT-Themen gefördert werden.

Alles Zukunftsmusik?
SOPHIE BREUER: Schon heute helfen uns Roboter. So kommt es jetzt schon vor, dass wenn Paletten geschlichtet werden, größere Kartons nicht mehr gehoben werden müssen. Früher haben die Leute in Lagern 30-Kilo-Pakete gehoben, jetzt gibt es automatisierte Fahrzeuge, die das erledigen. Es gibt Palettenlifte, die selbstständig herumfahren, da braucht es keinen, der dreißig Mal am Tag hin- und hergeht und eine Palette vom einen Ende des Firmengeländes zum anderen bringt. Die Person kann man woanders einsetzen, um es positiv zu formulieren.

Wird körperliche Arbeit in Zukunft weniger?
SOPHIE BREUER: Ja. Darum ist Weiterbildung, eine gute Ausbildung sehr wichtig. Ich bin ein positiver Mensch und versuche, das auch sehr positiv zu sehen. Im Lagerbereich wird es einfach mehr Systeme geben, die die Menschen unterstützen. Systeme die schauen, dass weniger Fehler passieren.

Hast du ein Beispiel?
SOPHIE BREUER: Zum Beispiel zeigen neue Picking-Technologien dem Arbeiter genau an, welche Artikel er nehmen muss. Früher hat man vom Lieferschein runterkommissioniert. Nimmt man heute einen falschen Artikel und scannt ihn, sagt einem das System, dass der Artikel falsch ist.

Aber den Picker gibt es weiterhin? Diese Arbeit könnte doch auch ein Roboter machen.
SOPHIE BREUER: Das ist halt eine Kostenfrage. Aber auch eine Wertefrage; wobei das natürlich auf das Unternehmen ankommt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man von heute auf morgen alle durch Roboter ersetzt.

Als positiver Mensch schaust du nicht sorgenvoll in die Zukunft? Vielleicht ersetzt künstliche Intelligenz ja eines Tages auch deine Arbeit.
SOPHIE BREUER: Für jemanden mit einer weniger guten Ausbildung wäre das vielleicht so. Ich bin davon überzeugt, dass die Zukunft eine Herausforderung ist. Aber wie schon gesagt, hat der Staat auch eine Verantwortung was die Bildung betrifft.

Worin liegt für dich der Sinn deiner Arbeit?
SOPHIE BREUER: Mir taugt die Verbindung zwischen Zahlen und Prozessen. Mich interessiert, diese Prozesse zu gestalten, dass keine Fehler passieren, dass Dinge schneller funktionieren. Es freut mich, wenn ich die persönlichen Erfahrungen der Nespresso-Kunden höre. Was mir persönlich wichtig ist und warum ich jeden Tag gerne in die Arbeit gehe ist das Team. In unserem Unternehmen kann man abteilungsübergreifend viel auf die Beine stellen. Vielleicht ist das auch eine Typenfrage, aber es finden sich irgendwie immer die richtigen Leute.

Machst du heute das, was du während des Studiums auf der WU geplant hast?
SOPHIE BREUER: Ich wollte immer schon in einem Bereich arbeiten, unter dem ich mir etwas vorstellen kann. Lebensmittel zum Beispiel. Trotzdem habe ich mir hier erst ein Bild davon machen können, was die Tätigkeit genau ist und habe in viele Bereiche hineinschnuppern können.

Ist Arbeit oft zu abstrakt?
SOPHIE BREUER: Für mich ist die Supply-Chain der Fluss eines Produktes von der Fertigung bis zur Auslieferung. Das habe ich mir besser vorstellen können in einem Unternehmen, in dem ich das Produkt angreifen kann. Ich bin praktisch die Schnittstelle zwischen unseren Lagern und den Versandpartnern.

Werden eines Tages Drohnen die Arbeit von Paketauslieferern machen?
SOPHIE BREUER: Da bin ich mir nicht so sicher. In der Schweiz gab es innerstädtisch einen Testlauf mit Robotern. Du bist eingeschränkt was Größe und Gewicht von Paketen betrifft. In gewissen Zonen kann das in Zukunft vielleicht funktionieren; auf dem Gürtel wirst du nicht mit einem Roboter herumfahren können. Interessanter wäre viel mehr, wenn Versandpartner bei der Routenplanung effizienter würden. Zu schauen, wo sie Zeit sparen und schneller bei den Kunden sein können.

Aber das ist kein Thema, das dich direkt beschäftigt, sondern eher eure Versandpartner?
SOPHIE BREUER: Wir beschäftigen uns auch damit und sind schon sehr mit den Versanddienstleistern im Kontakt. Weil wir natürlich das Erlebnis für den Kunden so schön wie möglich machen wollen.

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